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oe&mote: <3fo Mtf arrer 3af ofr ©pfoMer in (Smüttfr
f&on 9i 28 e f e r * ©tra&öorf
UeBer SeBen unö miUn ötefeS Begasten unö oieifeiitgen, auSgeaeicBueten
unö Berühmten Cannes finö mix otel Beffex untexxicfjtet, als öa£ öuxcB öen
Sluffafc von ®ufiati (StxöBmfelö in 9lx. 2 unö 3 öe£ laufenöen SaBxgangg öer
©münöer #eimaiBläiier gefäteBt SixöSmfelö Bat ftcB $u feBr an fefunöäre
Dueaen gehalten, wie an öen alten, Bieöern äftaxtin <£xufiu£, öex eBen, wie
auejj fonft in anöexen Säßen, ungenau unö nn wenig üBer SpmöJer BexitB«
iet. SBiel Beffex unö fidjexer arBetteten fdjon SBagnex (SBüxit. 2MexieIi.*£efte
1884, & 14 n. 15) unö £Iau§ (eBenöa 1904 & 85—88). SIBex audj öiefen lefc*
texen waxen, wie es fäjeint, manche jjximäre Duellen unUtannt geBlieBen,
Sttefe finö gum exftenntal tum mix Bexangesogen woröen in meiner SlöBanö*
hmg üöex „&ie ©münöer <Staötofaxxex" im $>m.*%x& v. ©djwaBen 1902,
©.84, welche (StröBwfelö unö ÄlaitS oollfiänötg nnBefanni geBIieBen ift.
Siefe primären Duetten üBer <5*>inöler ftnö: 1. eine SReiBe 0011 Uifun«
öen in ©mftnöer 3trcBioen; 2. eine Soieniaf ei (©ottapB), öeren 2lBftBrift
un£ öuxcB Ben fleißigen, Biftorif^ritifcB geBilöeten aweiten tropft öeS von
1762—1803 Bier BefteBenöen ftoltegiatftiftS, grans £aoer 2>eBler, geB. 1726,
t 1802, exBcttten ift; 8. eigenBänÖtge Sftotiaen von «Sotnöler felBft in einem
©münöer SaBttagSBucB nnb öex öiefem angeBä'ngten Slgenöe, gewiß lauter
fixere nnö unoexöcuBiige Duetten!
2lu3 öiefen Duetten exgiBt fiel) imS ein unBeftxeitfBax fidjexes nnö flareS
SBilö öe£ SeBenS eine* Cannes, Bex in öie religionSgefc&icBtlicSje (£ntwi<flung
©münöS mit fefter nnö erfolgreicher §anö eingegxiffen Bat nnö in öiefex
Shtfitft an öem Berühmten ©münöer Bürgerin eifter £an£ SRaucBBein eine
fräfiige ©tüfce gefunöen Bat
ßaffen wir nnn öaS wirfli$e SeBen ©phtölerS an nnfexem Singe
1 »oxüBexdieBen, }o wie : e$ un£ an« einwanöfxeien Duellen entgegentritt.
1. UeBer SlBfiammuttg nnb $wenb
öe£ ^afoB Spinölex Berichtet am Beften öie oBen genannte SotentafeL Sttefe
wax gef(Bwücft mit öem ^oxtxät (Spinöler^ in tBxem oBeren £eil, woran ft*
ein nnterer mit einer feBr langen ftnfcBxtft fcBIog. S3tlö nnö Safel Bingen
lange Seit in öex spfaxxfixcBe von U.8.^xan nnö öem §1. £xenj. 0lo^ am
7. 2ftai 1658 Bat einer öex töexwanöten, öex SBiexBxanex ^afoB Spinölex, öa§
33*10 nattjJopiexen Iaffen, oh au$ öie Safel, BleiBt ungewiß. SBo öiefe Äopie
fl$ Binoexirrte? tiefer »afoö ©pinöler ftaxö a!0 OBexftättmeifter am lS.S^ärj
1673, 60 QaBxe alt.
SafoB ©ptttölet, ein ©onntag^finö, ift geBoxen am Sonntag Saetaxe,
8. ^aftenfonntag, ö. i. am 18. Sßäxs 1496 al£ öer <SoBn öe^ ©mnnöer SBnrgerS
QoBanneS ©pinöiex (t 10.8.1523) nnb öet SCRargarete ^lornin (SBInem), öie
swax in ©öpoingen geBoren war, aBer autB anä ©münö ftammte. S)enn im
©münöex 3aBxtag§Bnd) fteBt ein ^aBxtag oon maus ©gel, öem alten
Soiialmeiftex, Bei öem öie »emexfung oon «SpinölexS ^anö fteBt: proavus
fuit ex matre Jacobi Spindleri parochi: ö. i. „er war öer SBorfaBr öe£ ^afoB
Spinöler, «Pfarrers, mntterlicBerf eits.* 5)ie oon ©pinöler BeigefcBrieBene ^aBx*
laBl 1423 fann fic& aBe« woBl auf öiefen „®tntalmei}ter" SlauS öneX
vt IM
©münöer £eimat
7. 3af)t$,
Befrieden, 5er ux!unölidj öiefeS 2tmt 1484—1507 Befleiöete, fonöem auf ein
~xü§ex leBenöen SBexroanöten öe§feIBen, öer otelleurji auc$ Spitalmeifter mar.
£>ie 3TafeX Berid&tet noc&, öaß an <S*)tnöler£ ©eBurt&iag, morgens früB,
gelegen tft Bis üBer. [die], toodjen (ö.t. £nöcfjel), rate öer &atex Sat & , -
Einölet nmröe aufgeben «Bei gotteSfürdjtigen ©Item Bi3 in öiel4Qatjr".
SeöenfaUS §at ex in ©münö 5ie laieinifctje Scfjule Befudjt, öie fefjr alt unö
f$on 1295 BurcEj öen SluSöxud „rector scolarum in ©münö", ö.i Oteftor 5er
Spulen in ©münö, in einer SlöelBerger Ur^unöe Bezeugt, ift. 3)a3 (Sdjul.§au§
tn@münö mirö genannt in einer ttrSmtöe oon 1396, in 5er öie !Re5e ift von
einem. §au;M ex 9löett)eit Sxätfjfel „gelegen m ©münö Bei 5er Sc&ul"; fern
ift öaSfelBe in 5er StifiungSuxlunöe öe3 ^arionifuS gxteöxidj int SteinljauS,
®itfio§ öe£ <S. ©mnptec&tfttftS su OnoISpacB (i. 9ln£BacB) oom ftaBr 1416,
3m 3a§x 1409 Begegnet un§ roieöer öie £*emerfung oon einem £au§ sanften
Unfer grauen ^irdje unö öen Stuguftinern „an öer Sc&ul" un5 1443 noc6mal§
öa£ „£au£ gelegen an öer Sctjul", öag Slöeltjeii £5rätfjfel inne fjat £)iefe§
©d&tttöauS ftanö auf öemfelBen $Iafc, rvo 1578 öer SReuBau öer lateintfc&en
S$ute aufgeführt nmröe, 5er &wtf<fren Bern Jefctgen @taörpfaxxöau<§ von
©t granaigfn^ (früher ®i* 9lifolau3*&aplaneü3au3) unö öem (Sljor öer
§luguftinerfird)e fieljt. &er untere Stocf öiefeS Kaufes nmröe Bis 1803 al3
Slnfleiöeraum für öie Spieler öer ?S äff um Benüfet; öie 33ü6ne für öie ^affion
rcmxöe unnüttelBar vox Ben genftexn 5e3 unteren StocEeS aufgeBaui.
„$mM4 SJaBxen," alfo 1510, Jat 5en iungen Spinöler öer „Später in öa§
SßartiMar gen ^üBtngen getan unö öem etjrfamen unö tooglgelefjxten So«
gann SBxafficano (latinifiext für: ÄM oöex Slofjt), öem Sctjulmeifter öafelBft
BefcSlen (öiefer war ©rammatifer unö 8e$rer an öer Sateinfdjule in ttradj
unö in £üBingen, geB. in aonftana, f in SüBingen 1512, f. £erjö), ift oon iBut
am felBen £ag gefcfjteöen unö fjai i&m einen ©ulöen gelaffen. SDaran gat
fieB Begolfen unö ©oti öer £exx fiat öa§ ©eöeüjen öasu gegeBen, Bt3 er
Q^aBr alt woröen ift."
SttacS öxeijäBxtgem «Stuöium im ^arttfular, alfo 1513, Befucgie ©pinöler
öie Unioerfität £ü&ingen unö Bötte öie §BorIefu'ngen öe£ „SJlgr. 3o5ann
BeBer, 33lgr. 3of)ann .§etnxi$mann, §enricug ^BeBeliu^ ^3orta (geB. in 3ng=
ftetien 1472, f 1518), SCtfgr. SBolfgang ^BeBel, ätfgr. ©aBriel [^Biel], ^ieört^
©c&aupp, äftgr. öer Geologie unö öeg %f)iUvv «0lelan^t6on." S)aämifc6en
hinein rouxöe ex öuxc& %f>xüVP oon 9le*Berg w üiamfperg in$ Softer Sor^
empfohlen unö fanö öarin 5lufna5me. muß angenommen raexöen, öa&
©pinöler etma 1514, alfo 18 3<*Bte alt, in§ ^lofter Sor* eintrat unö oon Sier
au§ unterfingt öie Unioerfttät meiter Befugte, um feine ©tuöien §u ooKen5en.
Sn öer XüBinger SDlatrifel fte§t sunt 3a$r 1517 ein »acoBug ©amunöia
m ^nli oex5ei$nei tiefer ift tnelleidjt 3afoB ^tnöler oon ®münö. ^a$
9iä5rigem 3luf entBalt in £oxäj oon 1514 an muröe er oom Slug^Burgex SBei§*
Bif($of SoBann Saymann 1523 sunt ^rieftex gemeint im Hilter oon 27 3a§*
^en unö am Sonntag »uBilate, 19. Slpril 1523 feierte er feine ^rimig. liefen
Sag fag öer am 10. Wlän öiefeS Sagreg oexftoxBene 95atex nit^t meör.
2. 3tn £)r5eu§s uub $tteftetftan&
5lux fux?;e Seit max e§ i?m oexgönnt, in S^ufie in feiner SHofiergeKe PS
in feinen 23exuf einauleBen. 2)ie Stürme öer Deformation ixnb öe^ dauern*
n=
7* Saljrg.
ttöer §eimatölciiter Seite 105
fxtegeS nmBxauften fem Softer Soxc§. TO go!ge 5er SKefoxmation trat eine
gxofje ^exmindexung dex Sajl dex tatf). ^rtefter ein, 3n diefex 9tot wandte
Ittö dex mt von Muxxfiaxbt an den Slot oon 8ox$ um UeBexIaffung eines
£>xdenSprteftexS, und diefex „lieg'' ifim eBen den P. QacoB (Sptndlex, 9 r tfjxe
lang tiexfaf) dexfeJBe die dem Äloftex 3ftuxx§axdt infoxpoxtexie spfaxxei %ikxx*
Saxdt. ttntexdeffen Mten die aufrügr er if djen dauern 1525 fein £eimatf£ofter
Sox$ aexftoxt, öen «Bt exmoxdet oder ait &od gepeinigt nnö ü&d in Sor$
gekauft <&o® hie 9Mnd)t fugten daS Softer wieder notdürftig in (Stand
an fe^en. 2US jedoch §exaog ttlxicr) oon BürttemBerg 1534 fein Sand wieder
exoBext Satte, mufcie £pindlex 3ftuxx$aröt oexlaffen, daS dex oon Ülxicf) duxcr>
gefügten Ü^efoxmation angeimftel. @x feSxie mxüä nad& Soxcr), aßet nux,
um auef) oon jter au fcfjeiden. mit 14 ©xdenSBxüdexn wurde et t»on ßoxdj oex*
ixieBen — ex nennt fld& einen profligatus ex monachis Loricensibus d. l einen
der tum 8or# tiertrieBenen 9ftöncr}e, £>ex 2IBfc&ted ootfaog ft* fem quinta
Natalis Domini 1535, b. i am 30. SDeaemBex, mitten im SSintex* @o find dte
exften 12 Sßxteftexiaör-e feines SeBenS füx i$n m einer waSxett Tragödie ge*
worden, «gg ift demnach ein. großer »rrtum <5trö5mfelö3, dag ex i§n in fftrd&-
Jjetm u. £ecf aur 3fog§tlfe tätig annimmt; (Spindlex mar nnr in äHurrfwdt
im Sfoiil). SBoljl M)Iug füx die ßorcfc)er öeneötf tiner infolge des Interims
Äa-tfer StaxU 5. 1548 nocfjeinmal die (Stunde der SftftcffeSr, aBer nur füx
furae Seit £>er ^affauer Vertrag 1552 und der togSBurger DWigionSfriede
1555 fäloffen den ^ön^en faft füx 100 3a§xe die Pforten i§xeS ÄloftexS
BtS sunt meftitutionSedift 1629, daS miedet Wtönfyz na$ Sorc& Braute, OTein
der SBefrffÜtföe friede 1648 anmng fie mm endgtltigen 2IBf$ied.
©pindlex war nntexdeffen Söeltpriefter geworden: 1535 wurde er, »on
einem ftxei$exxn oon Otecpexg Bexufen, füx 1% 3?a8xe spfaxxex in 2)onadoxf,
darauf 3 $agre Pfarrer in SSaldftetten, einer (Stfwangifc&en ^faxxei, mie S)onä*
doxf mx S)«aefe Eonftans ge§t>xig, und endlid) füx 6 Qa^xe Pfarrer in Stet*
ttettfirfr ^iefex ^faxxort mar damals no$ im §8eft^ de£ ^öxg oon De^Bexg,
dex den Ort dann an mm 1543 »exfaufte, £ier fiel ©pindler die SlufgaBe
W, den der neuen Se^re aitsefaKenen Ort mieder mm iat% (MauBen mtnd*
anführen, eine dornenvolle SWüSe, deren etmatge ^rüc&te dux^ das @nde des
Qntexims miedex gan^ oexloxen gingen. (Sdjon ma^xend feines SSixfenS in
©teinenfixef) BemaxB fid& (Spindlex um einen feelforgerlicfjen Sofien in feiner
Sßaterftadt $tm 18. ^eBruax 1543 fdjon muxde ex, oom ©mündex fftat »xäfen
tiext, vom S)efan des Kapitels SlugSBuxg, ^öilipp non Dec&Bexg oon ^ogen-
rec6&exg oon dex @taufene<fex Sinie, auf das duxc& den Sod des Kaplans
c^ael Seuxex fxeigemoxdene SBenefi^inm tt.S.gxauen Stltars in der tapette
öeon^ard inoeftiert (Stlatö oerme^felt diefeS ^Benefiäium mit einem Wla*
rienBenefidium der .©etltßfxeuaftxdje). ^oc^ im gleiten ^a§x, 3, ©ea» 1543
ex^iett ^pindler das beneficium S, Sebastian! in £eüigfreua> 5?on 1544 an
ofier mar ex ®xfax des damaligen ©mündex ©tadtpfaxrexS Marcus Avun-
culus (©etter). ^iefex, tot. tgeoL, murde tn ©münd Pfarrer 1536, dann
aBer 1544 a(S Bifd^öflic^er Prediger nad^ S5ittingett, das damals @i& deS m*
fd&ofS oon togSBuxg mar, Berufen, mo er die SSürde eines ^eipifc^ofS,
unter dem Xitel eines SBifdjofS oon ^iana, und eines ©enexaloifaxS exlangte,
©x Behielt {eöodj feine ©mündex ^Pfaxxei auc& als SBeiPifdjof Bei und Ite§
MefelBe von 1544 an durc& «Spandlex oexfeßen, 2>te ^faxxei ©münd, uxfpxüng*
m sorcwcß, aat 1297 mf . 9 ; 7>
Wlaxtuä 8Io«nf u rii3 im ü 77. " ötefe Neffen Befeiseit
8m ©«nneruna Sara« u«5 ä um slf il? ,e » * wmben »Mfe «aaStt
22» Ä^.sw®F»- SÄ
Jet*« ©efret«»,« ttnö toÄS^.^w». f« t Sie
Seit na« Sem SBeifpfet Set B? «SSS m ® IauBen »«» «e loa fön
- ***** *ä:
■ * Ucölufr folgt)
Sie ©mfinSer Seuertfrunff i« 3,1,. lm
: ©JaMtforrer 3<*>* «" ömöni>
»Ott «. »efet.€tt«W»«f
«n« W* auf 5.» ff«« gtSÄ
efttftyel auf ftet « eI . f*f S" e f aenanntett SRat^etrn sieben
*«me«3, 3a!i* »«BW« «ha*»
Seite 132
©mtittber $'efmatbIBttet
7. 3ö!)rg;
Bis 1538 fünfmal SBürgermeifter, BIteö dem alten ©lauBen treu. (Sein <Sofm
oder (Snfel, SBernfjarö Reutin der jüngere, aBer und meiere andere
©Iie5er der gamilie find als eoangelifctj teils Sorcfj, teils htt ©euBadj
BegraBen. ©ine andere neugläuBtg gemordene §amtlte ift die de3 Sic. ^ur»
SBalftafar (Sulinger, 8Wm. Äaifcrl* und Söürit. iRar, der 1572 Sordj Be-
graBen ift, mäBrend' feine erfte grau §Beronifa Sangenmäntltn f 1556 $u
(Btuttöort, und feine amette &rau SInna Sfteulin t 1575 in £orc& BegraBett
liegen»
Sluf den oBen genannten QfafoB ©djrflppel ift in einem ©djreiBen *>om
20. ©epiemBer 1554 £*esug genommen. (Später mirö er nto&i mejr ermähnt*
fcBeini ©pindler gelungen fein, feine Säiigfeit an unterbinden. tteBet
die meiteren ?lnftrengungen ©ptndler3 aur Verteidigung de£ alten ®lauBen£
möge man 28agner und Stlaus a. a. £>. nadjlefen.
Qn ®itrae mu§ nod) der Itter arif<5en ^ätigfeit ©pindlerS geda$t
»erden, ©ein £) rationale ift oBen oon tgm felBft ermähnt morden, ©ollte
dies oieHet^t „SDaS spfarrBudj" fein, das im 18, 3atjrBundert enimendei
ttmrde unb nicBi me§r gum SBorfcBein fam? — ©ine SlrBeit üBer die ©räBer
5er ©ttfterfamilte au Sordj, &tt der er fc&on 1519 Materialien fam*
melte in Sordj felBft, ift erft in ©münd fertig geworden. Srana £. £>eBlet
Bat Won uor 150 hagren trittfdje SInerfennungen da^u gefdürieBen, die mir
itocB Beftfeen. ©ine „(Genealogie der ®atfer und §ersoge au§ dem ©tantm
der ©taufer" Befindet fidj im ©taatSardjio (f. (Schneider in 2$. 3.
1911, 308). 2lu$ ,,^ürttemBergtfcöe3a8rBüdjer" fdjrieB feine
fleißige £and (f. ©tälin IV, 2).
$on einer anderen ^Betätigung ©ptndlerS erfaBren mir aus der Slgende
oon igm feföft oder einem feiner lißacfjfolger als einziger Duette: „Pfarrer
SafoB ©ptndler erneuerte da§ ^farrfjauS faft oon den Fundamenten an
und fdjmüäte eS mit Malereien und Herfen aur (£rgä&ung, sunt Sftuöen und
Sunt Vergnügen eines anderen fßacfjfoIgerS" §ier märe alfo auf fünftle*
rifc&es SSirfen ©pindlerS SBesug genommen.
1558 refignterte ©pinöler auf fein Pfarramt in feinem 62. SeBenS*
fafjr, Blieö aBer in ©münd im SftuMtand. ®t Satte an# als Pfarrer Vi
3fta*ia=2ftagdalenen#fründe BeiBeBalten, die iSm nun. den iRuBegeBalt ge*
mprte. S)a aBer fein Sftadjfolger, ©inaena ^artraeg oon £iid&6eim u. %tä,
f^on na4 2 Qagren (1558—1560) ftarB, fo mußte ©pindler 5«m smeitenmal
1560/61 die ^Berraeferei üBerneSmen. @r Berietet da§ felBft in der Agende
5um Wlimat ^eBruar, ma^ Bi§ fe^t fämtii^en gorfdjern entgangen ift. SDer
Betreffende ©tfjriftaBfcSnitt cntjält nämlic6 eingangs eine feltene SlBlütäung
für da§ SSort „iterum", d. t. „miederum", die Bi^Ser niemand aufIBfen fonnte.
^a$ 3luflöfung der SIBfürgungen lautet die SBemerfung alfo: Anno
Domini 1561 dum iterum Jacobus Spindler vices ageret parochi, d. % „XO&fy*
rend im $a§t 1561 ^afoB ©pindler §ttm smei tenmal f?farroer«
mef er mar" (e§ folgt eine Strt WuBrif üBer eine liturgiffie Sfeftfetet).
in demfelBen ^agr üBernafjm dann fmartin Sung, geBürtig von SflögftrdB,
die «Pfarrei ©münd und BlieB Bier aU Pfarrer 1568 Quni U, mo er Pfarrer
in feiner $eimat Mö%tit$ rourde.
Sie cinft ©pin&Ier feine öiftorifdjen ttnterfudjungett ben ©raBern.öer
©tifterfamitie 6er SoBenftaufen in ßorcB miömete, fo war e* Me ©orge 6eg
BaI6 6aBinfcBei6en6en legten 2orcBer SIMS, ®ene6ict, 6er eine 3uftu<Bt tn &em
einfi &em «loftet geBcrigen £aug in fünfter Bei Samtftatt gefunben Batte,
unb 6« fterBenBen fttoftetfomUie üBerBaupt, für bie SrfüEung emer WtcBt
6e§ Setorterg SorcB. gegenüBer ben aBgefdjiebenen Seelen &e» ©Wer öer
^oBenftanfen, Be&acBt an fein, Beren fterBIidje UeBerrefte
SaSrBun&erte in Sreue BeBüiet Balte. SBir fieftfcen Beute nocB Me U««« öe
gierüßer. grttt tiefer SBeBmut, Me aug &er Urfun&e unb einem
alten »latt aug einem SaBrtaggoeräeiajntS fpricBi, Ttiftete ber tefete SlBt oon
SoreB am SKontag 4. Sttai 1562 in 6te ■«Pfa«!tnä&e s« emen ewtgen
SaBrtag für Sfrie&ricB, £eräog an ©eBroaBen un5 Sranfen, «erat aa
fioGenfttafen nn6 feine ©emaBtin Stgneg, Softer «atf« «einrt«§ «»
©öBne nn& Wommen, für alle oerftorBenen Prälaten «nB «»»e^tteftw,
alte Stifter wnö Soßttater 5e§ ©ottegßaufeg SorcB anf Ben «äfften Wontas
vox o&er nadj 6t ©gibii (1. ©eptemBer). ®er 8t6t üBergtBt Biean 6er ©raun*
6er SSriefterfraternttät ein Kapital oon 50 ©ut&en, Bie an 3m§ gelegt unö
jaBrtial 2% ©ul&en Sing tragen fotten. m „erben Me genaueften Jßorfdjnf«
ien für Bie »Baltnng biefeg SaBrtagg gegeBen. ®aBei erinnert ftf ber »bi
an feinen testen nocB teBenBen einfügen Sonoentuaten un& legte bem ftapla»
oon ©t. SDlaria SWagBatena in ©mün6 - BaS war bamatg QaJoB ©BtnBter -
Bie »fttd&t auf, Bie ätugfüBrung &er ©tiftunggfieftimmungen im ©eBorfam
gegen feinen einfügen StBi w üBermacBen. (Sinen »Rtf in &a§ oon ferneren
©eforgniffen erfüllte Sera 6e§ StBteg geBen nod) Bie fotgen&en Seilen 6st
Urfun&e tn 6enen eine eoentuelte anBere »erfitgnng tiBer &a§ Stiftung«*-
! apitat getroffen wirb. „S>ocB Bot 6er tooternent €>err ©enebif tu«, apt m
lorcB, Bierin mit nfjgeBrnctten un6 6e6entten a-orten oorBeSa ten, &te toe 5 l
Sie weit fo gar unBeftön&ig, roanEelmütig unB in Eannem fteten BeBarr-
tidien wefen plegBttd), »ie 6an unfere testen aepten Bewegen, fo 6an u&er
fürs o6er lang fid) ftegen »n6 BegeBen roür6e (6aS mir 5oc8 letneSroegä
»hoffen), 5a§ 6urcB ain gemain eoneilimn oöer an6ere «»Tt."^^
lung un6 neragnigung tBiutfcBlan5g 6ie ämoter 6er meffen un6 6te fnrBttte
Bei aBgeftorBenen gar unBergetrudt, aBgetBon, nffgeBept un& wte oB ge»
fc&riefien Rat nit mer geBatten raür&en, f ölten mir un6 unfer nadjfommenBen
»riefter oermelter unfer ©ru6erfdjaft »er6nn6en un5 fcButöig fern, oBge»
UxUm fumma geltg. ung für Biefen iaBrtag jngeftelt, mit Bauptgut nnb
jing an 6ag rend) almufen al Bie sn oerwenben nn6 au fleBen, on alle»
uSsua un6 miberreb, fo mir ung 6agegen praudjen mod)ten. SSelajeg B«upt=
aut aueB erft ermette armufen=pf leger atwegen umm 8 ing anlegen fotten
un& fotcBen äing iarti*)g uff 6en Tonntag oor o6er nacB ®gt6tt an»« «oft.
arme leut ufjtaeten, 6ie .ernantg armufenpfteger atlwegen nn6er 6em u|«
ta 5 len truiti« un& mit fletf ermanen fotten, 6ag fo "e «« e »' '° "{
»iL atmnfen nn6 jing mag empfangen, für &ifen fttf er, 6eggte pdjen alt
«BseftorBen prelaten unö conoentgBrü6er 6eg gotgBug tord) un& 5tfeg al--
mufen Bitten, 6ag got 5er alme#iig oatter nit &er oorgeen6e ftn5 (©Ün6en)
«n& miffetBar meEe anfeBen, fon6er bag oerbienft eg tenbeng 1«***-
UeBten ong SSefn ajrifti an inen nit weit taffen oerloren fem un& fte für»
gete 18* Cmflnfter Heimatblätter 7. 3af)r&
in öa£ emig leben/' £ie Stiftung nimmt entgegen maxtin 3ung unö öie
$xiefiexBxuöexfc&aft in ©münö.
8. $*>ö ftafoB SphtttetS
$üx öen altexnöen SafoB Sptnölex foHte Balö öle Seit fommen, wo ei
feinem 2TBt und feinen mtMbttn in öen £oö nachfolgen mufete- Sn feinen
legten SBillen r-exmacBte er öem $>ominifanex£Ioftex in ©münö feine lefetei
®xmnexun$en unö Slnöenfen an öa§ Softer Soxdj, öie i§m raogl noä) mn.
feinem 2lBt üBexaeBen moxöen roaxen: ein SBene5ifttner«3KtffaIe (9ftepuc§),
ein Sftefcgemanö Seiöe unö gxünex gaxBe unö ein Altare portatile,
;nu>61 ein ' S^eliquienftein eines SoxcBex 2lltax3. Sie 9lotia BtexüBex nex*
öanfen mix eBenfaO Stift^xonft Srana 36aüex SeBIex, öem eine Stöfc&rtft
eines ©intxagS in öa3 genannte SDttffale noxgelegen tjat 2im Sc6Iu&' öeS
©intxagg Rauben öie SSoxte: „ex testamento legavit (Jacobus Spindlerus)
anno domini 1565 natalis Dominik ö, i Sttinölex macBte ötefe^Segat an
SBeiBnacBten 1565. 2)eölex Befcgäftigt ftcB mit Mefem (Sintxag, »eil ei
Staubte, e3 fönne 5ux^ öenfelBen ba§> anöexmäxtS feftgetegie StoöeSöatum
S;unölex3 in Sroetfel gebogen mexöen. Wein ötefeS Saturn Besteht ftd&
nur auf öen ©intxag öe§ £eftament§inBaIr3 in öa£ SWtffale oöex nieHeicBt
auf 5n§ Saturn 5ex IteBexgaBe öiefex ©egenftänöe an 5ic £>ominifanex«
£>ie SBoxie öeS @intxag§ fönnen nicBt aufkommen gegen 5ie gm ei aJ3 amt*
lieg geltenden Zotigen üBex öen £oö SoinöIexS,
■ 2>ie £oientafeI fagt: „®ott öex £exx Bat ü)n gneöiglicB geimgefucr)t mit öem
$ax.altft (ScBlaganfall) in öem Sax 1564 an öem 18. £ag Wlafo unb bann
(ift ex) anno öomini 1565 auf öen 29. £ag öe3 Monats 3unü, öen £ag
beten zweien Beiltgen SIpoftlen un5 §tmmel£füxften $etrt unö $auli, doi
öiefem aeitlicBen SeBen mit einem oexnünftigen djriftlicfjen ©nö, suoox mit
öen rjeiligen Safxamenten pxemuniexet unö. nexfegen m emigen unö §imm=
lifctjen Sxeuöen, mie m Soffen, exfoxöext moxöen. SImen."
S)amit ftimmt gana üBexein öie SCngaBe öe3 Slnninexfax 1517 in öex
Slgenöe, wo dex\$tet ift: obiit (ex ftaxö) anno 1565 die 29. mensis Junii
29. ^uni 1565,
9lxtn gißt Stxöljmfelö feine Mutmaßung an, Spinölex mexöe auf
öem gneöfjof Bei öex ^faxxfixa;e BegxaBen fein. (£x Befinöet ficr) au$ fjiex
gana im Qxxtum. S)iefeIBe 3tgenöe giBt auc& genau öen ^BegxäBni^oxt
füx ©ninöler an. (Sie fagt: „in cimiterio S. Leonardi prope crucifixi
ymaginem sepultus, cuius anima deo vivat etc., ö. 5. „(Sninölex liegt
BegxaBen auf öem gxieößof m St. Seongaxö neBen öem to OTö öe§ ®efxeuaig*
ten", ö. i neBen öem ®ixdj§cf3fxeuä*
3!5ix lönnen aud& einen ®xunö an^e^en füx öie 28a§l gexaöe öiefeg
gxäBniioxt^. ©xinnexn wix un3, öaß ©ntnölex feine exfte WnfteCung in
feiner 95atexftaöt 1543 al3 ^anlan a« St. Seon§axö exBalten Bat. £>ie3 mtxö
füx iSn öie Hxfa^e geraefen fein, maxum ex aud& Bier im Statten öe^
€>eiligtum§ öe^ Bt SeonBaxö feine ixöxfttje D^uBeftätte finöen raoittte.